Hintergrund
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Delegationsreisen
20.04.2017
 Vom 16.-19. April hatte ich im Rahmen einer Delegationsreise des Ausschuss für Bildung und Forschung eine einmalige Gelegenheit: Wir konnte zwei Tage und zwei Nächte auf dem Deutschen Forschungsschiff FS Polarstern mitfahren. Der Forschungseisbrecher Polarstern fährt seit 1982 unter Verantwortung des Alfred-Wegner-Institut (AWI), finanziert über den Haushalt des BMBF, zu Forschungsreisen vor allem in die Polarregionen.
 
05.11.2015

Einführung

Korea – ein durch den Weltkrieg geteiltes Land
Korea ist als unmittelbare Folge des zweiten Weltkriegs ein geteiltes Land. Obwohl das koreanische Volk durch die japanische Besatzung zu der Gruppe Kriegsopfer gehörte, wurde die koreanische Halbinsel im Zuge der Aufteilung der Interessensphären geteilt. Im Norden installierte die Sowjetunion ein kommunistisches Regime unter Leitung von Kim Il Sung, einem kommunistischen Partisanenführer, während der Süden unter amerikanischen Einfluss kam. Als Trennungslinie wurde der 38. Breitengrad vereinbart.

Koreakrieg
Die koreanische Teilung wurde durch den Koreakrieg vertieft. Am 25. Juni 1950 überfällt der Norden unter Führung von Kim Il Sung unter Duldung der Sowjetunion und Chinas den Süden und erobert bis September fast das gesamte Land. Die USA erhalten von der UN das Mandat für die Führung einer Allianz unter UN-Flagge zur Zurückschlagung der Invasoren. Die UN-Truppen stoppen auf Betreiben der Militärführung aber nicht am 38. Breitengrad, sondern dringen fast bis zur chinesischen Nordgrenze vor (Oktober 1950). Daraufhin greifen die Chinesen mit, Freiwilligenverbänden’ in den Krieg ein. Die UN-Allianz wird wieder bis zum 38. Breitengrad zurückgedrängt. Der verlustreiche Krieg dauert noch fast zwei Jahre an und wird mit dem Waffenstillstand vom 27. Juli 1953 beendet. Die Teilung des Landes entlang des 38. Breitengrades wird bestätigt, nur die alte Hauptstadt Kaesong wechselt vom südlichen in den nördlichen Machtbereich.

Kommunistischer Norden
Im Norden, der Demokratischen Volksrepublik Korea, entwickelt sich eine sehr eigenartige kommunistische Diktatur, die versucht eine nationalistisch-dynastische Ideologie und Legitimation aufzubauen. Der von Kim Il Sung begründete Kimismus betont die Eigenständigkeit sowohl gegenüber der Sowjetunion als auch China (keine stationierten Truppen) und strebt über ein eigenes Atomprogramm den Status einer Atommacht an. Die Kimdynastie wird nach Kim Il Sung (gestorben 1994) und dessen Sohn Kim Jong Il (gestorben 2011) nunmehr vom Enkel Kim Jung Un (‚der junge Marschall’) geführt. Anfang der 1990er Jahre gibt es eine massive Hungerskatastrophe. Durch die Atompolitik ist Nordkorea weitgehend isoliert und mit starken Sanktionen belegt. Mit der Bundesrepublik Deutschland bestehen trotzdem seit 2001 diplomatische Beziehungen. Nordkorea ist mit etwas über 20 Millionen der bevölkerungsmäßig deutlich kleinere Teil von Korea, der aber flächenmäßig 20% größer als der Südteil ist.

Demokratischer Süden
In Südkorea herrschen nach Jahren der Militärdiktatur demokratische Verhältnisse. Das Land ist mit 50 Millionen deutlich bevölkerungsreicher als Nordkorea und hat in den letzten Jahrzehnten massiv an ökonomischer Bedeutung gewonnen. Seoul ist eine bedeutende Metropolenregion, Busan eine international wichtige Hafenstadt. Das moderne Korea hat aber neben dem ungelösten Teilungsproblem durchaus einige Herausforderung, z.B. eine massive Jugendarbeitslosigkeit ...

 
18.10.2015 | Schwerpunkt Erinnerungspolitik


Philipp Lengsfeld, MdB bereiste Anfang Oktober Kasachstan im Kontext einer Delegationsreise von BMI und Dt. Bundestag zur 13. Deutsch-Kasachischen Regierungskommission zur Situation der deutschen Minderheit in Kasachstan.


Kasachstan – strategisch interessantes Land in Zentralasien

Kasachstan ist ein sehr interessantes, wirtschaftlich und strategisches sehr wichtiges Land in Zentralasien. Es ist in dieser stark durch die Sowjetzeit geprägten Region der für Deutschland mit Abstand wichtigste Partner trotz seiner nur 17,6 Mio Einwohner. Die schiere Größe (7,5x so groß wie Deutschland), seine strategische Lage (lange Grenzen zu Russland und China), die reichen Bodenschätze und seine klimatischen und geographischen Besonderheiten (insbesondere die riesigen Steppengebiete mit dem Weltraumbahnhof Baikonur und dem ehemaligen Atomtestgebiet Semipalatinsk) ergeben eine absolute Sonderstellung.


Kasachstan – Land mit schwieriger Geschichte

Und noch etwas prägt Kasachstan: Die kasachische Steppenwüste war nach Sibirien der größte Verbannungs- und Deportationsort der Sowjetunion. Im Zuge der politischen Terrorwelle (1937/38) und vor allem durch die Deportation der als feindlich eingestuften Minderheiten nach dem Überfall durch Hitlerdeutschland 1941 war Kasachstan das Aufnahmegebiet von ganzen Völkerschaften, allen voran natürlich den sogenannten Russlanddeutschen, insbesondere aus der Wolgarepublik und aus der Ukraine, die am 28. August 1941 den Deportationsbefehl erhielten.

Aus dieser Geschichte ist Kasachstan ein Vielvölkerstaat. Trotz massivem Exodus gibt es noch starke Minderheiten im Land mit der deutschen Minderheit von ca. 200.000 als stärkste Gruppe.


Erinnerungspolitischer Umgang wegweisend

Der erinnerungspolitische Umgang der kasachischen Regierung mit dem Thema stalinistischer Terror, Krieg und Deportation ist vielschichtig, interessant und oft wegweisend.

Philipp Lengsfeld besuchte in der in der Steppe neugebauten kasachischen Hauptstadt Astana das Mahnmal für die Opfer der politischen induzierten Hungerkatastrophe in Kasachstan Anfang der 1930er Jahre in Folge der Zwangssesshaftungsmachung und Kollektivierung der nomadischen Kasachen. Dies war ein de facto Genozid, mit der Folge, dass die Hälfte der Kasachen in Kasachstan entweder starben oder ins Exil gingen. In Erinnerung an die Opfer des kasachischen Volkers legte der Abgeordnete einen Kranz am Mahnmal nieder.

Außerdem besuchte er die Orte der stalinistischen Repression, das Museum über das Karlag, das Karaganda Lager, einem der größten Lager des Gulag-System der Stalindiktatur am ehemaligen Hauptsitz des Karlag in Dolinka bei Karaganda. Und den Erinnerungs- und Mahnort Alzir, das sogenannte Lager für die Frauen von ‚Heimatverrätern‘, d.h. politisch Verfolgten.


Weitere wichtige Punkte der Reise

Auch zum eigentlichen Schwerpunkt der Delegationsreise, nämlich der Situation und Perspektive der ethnisch deutschen Minderheit in Kasachstan nahm Philipp Lengsfeld an vielen hochinteressanten Terminen teil. Insbesondere Heinrich Zertig MdB, der einzige Kasachstan-gebürtige Bundestagsabgeordnete, war mit dabei. Auch zu den wirtschaftlichen Potentialen des Landes gab es interessante Begegnungen und Diskussionen.

 
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